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Rubrikenübersicht > Tips & Tricks, Eigenbauten, Lesenswertes > Werkstatt > Wie funktioniert ein Manometer? Steckbriefnummer: 188
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Titel Wie funktioniert ein Manometer?
vom 29.09.2004 20:51:12
Text Da im Forum immer wieder mal die Frage auftaucht, wie das Manometer der Petromax funktioniert oder instandzusetzten bzw. zu justieren ist, habe ich ein "richtiges" Manometer zerlegt und fotografiert. Das Ding ist ein Hochdruckmanometer mit ca. 120mm Durchmesser und einem Meßbereich bis 200 bar.

Zentrales Bauteil ist die Rohrfeder, ein Rohr aus einer Kupferlegierung mit elliptischem Querschnitt. Bei Druckbeaufschlagung hat die Feder das Bestreben, sich geradezustrecken, ganz einfach deshalb, weil die Fläche am äusseren Umfang größer ist als die innen und deshalb mehr Kraft auf das Rohr ausübt.

Die Bewegung der Feder wird über eine Zugstange auf einen Hebel übertragen, der diese wiederum über ein Zahnradsegment am Hebel und ein Zahnrad auf der Zeigerwelle (im Foto verdeckt) und damit auf den Zeiger überträgt.

Zum justieren gibt es zwei hier Einstellpunkte:

1. kann die Zugstange länger oder kürzer gestellt werden. Länger bedeutet: Nullpunkt wandert tiefer und umgekehrt.

2. kann die Empfindlichkeit verstellt werden, indem der Angriffspunkt der Zugstange auf dem Hebel verschoben wird. Wird der Punkt Richtung Gelenk geschoben, wird der Hebel kürzer; d.h. eine Druckänderung ergibt einen größeren Zeigerausschlag und umgekehrt.

Diese Justiermöglichtkeiten hat ein Lampenmanometer nicht!

Den möglichen 3. Fehler eines solchen Meßgerätes kann man leider nicht korrigieren.

Das ist die sogenannte Nichtlinearität. D.h., daß u.U. der Nullpunkt stimmt, der maximal angezeigte Druck auch, aber dazwischen zeigt das Manometer "Hausnummern" an. Das liegt meist an einer ungleich geformten Rohrfeder, z.B. ist der Querschnitt ungleichmäßig oder sie hat eine Beule abbekommen oder sowas. Entweder hat also der Hersteller geschlampt oder das Ding hat Kräfte abbekommen, die es nicht vertragen konnte, z.B. Druck weit über das zulässige Maß hinaus oder eben Beulen und Knicke.

Fehlerquellen und mögliche Lösungen:

1. Ungenauigkeit: Kann man bei "richtigen" Manometern wegjustieren, bei Lampenmanometern kann man evtl. den Nullpunkt verschieben, und wenn es ein Versetzen des Zeigers ist. Empfindlichkeitsfehler sind, wenn überhaupt, nur unter größten Schwierigkeiten zu beheben, weil eben bei unseren Manometern die Hebellänge am Zeigerhebel fest ist. Nichtlinearitäten lassen sich gar nicht beheben.

2. Undichtigkeiten: Wenn die Feder irgendwo undicht ist, kann man versuchen, das Leck zuzulöten. Eine Lötstelle auf dem Federkörper selber verändert mit Sicherheit das Biegeverhalten, also Empfindlichkeit und Linearität. Beim Löten am Druckeintritt besteht die Gefahr, daß man die Feder zulötet.

3. Feder verstopft: Hier weiß ich endgültig keine Lösung mehr.

Kurzum: Ich glaube, die Reparaturmöglichkeiten sind ziemlich beschränkt. Ich danke allen Forumsteilnehmern, besonders Stefan Sindlinger, für die Anregegungen, die mich dazu gebracht haben, diesen Beitrag zu schreiben. Weitere Anregungen und Kritik nehme ich gerne entgegen.



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